mittag
so, also, meine damen, was soll ich sagen, ich bin seit knapp 2h wieder daheim, 1. arbeitstag erfolgreich absolviert.
ich muss zu geben, heut morgen war mir schon etwas mulmig udn ich fand mich ewig nicht zur tür heraus. obwohl es nun beleibe nicht das 1.mal war, dass ich die zwerge allein ließ, war es heute denoch irgendwie anders. ich meine, hey, ich wollte zur arbeit! dahin wo man konzentriert was schaffen, die kinder eben nicht mehr der meridian der gedanken sein sollen und man wieder seinen grips gebrauchen kann, muss, darf. dahin wo man abtaucht in gedanken und akribisch an seinen aufgaben rum fummelt. außerdem meldete sich ein bescheuertes gewissen welches mir weis machen wollte wie rabenmütterlich dieser aktionismus doch ist. folge war eine herrlcihe trödelei meinerseits. schnell noch waschmaschine anwerfen, shrimpsklamöttchen raus legen, die gewaschenen plüschtiere abnehmen usw usw. ich danke dem mann wirklich für sein „hey-du willst wohl gar nicht arbeiten oder wie?!“, welches mich hab mit hochrotem kopf zur tür raus schubste.
da angekommen gabs zunächst das obligatorische käffsche und dann hab ich angefangen. udn mich wirklich wieder so reindenken können wie früher-herrlich. es war einfach toll wieder was anderes zu machen, das vertraute serverrauschen im hintergrund zu haben, über die elbe zu schauen und zu werkeln.
als ich 3,5h später meinen sachen zusammen packte, beschwöngt heimwärts radelte und meine shrimps glücklich in die arme schloss, wars beschlossen:das wird jetzt regelmäßig gemacht!
sprung
morgen werden die shrimps 5monate alt.5monate-in denen so viel geschah. und damit das auch so bleibt, versuch ichs dann mal ab morgen mit arbeiten.einen vormittag lang werde ich mich also wieder ins vertraute büro wagen udn schauen, ob ich was produktives zustande bring. wenns gefällt dann jede woche. ich bin gespannt.
und wer jetzt meint die armen babys müssen mit fremdbetreuung vorlieb nehmen-nee nee, der papa bleibt in der zeit zuhause und bespaßt die jungs gründlich. ich glaube ja, denen wird das gefallen, immerhin ist papa der held und wird angestrahlt was das zeug hält.
also morgen dann. 5monate. die zeit fliegt irgendwie. udn ist irgendwie wie trotzdem wie angestempelt. meine lieben shrimps, wollt ihr nicht bald wieder schieben? udn wachsen? und neue dinge können und vielleicht langsam reden? manchmal fehlt eurer mama nämlich einfach kommunikation.
die dann also morgen wieder. ich freu mich
hm
morgen dann also entwicklungsambulanz auf der neonatologie inkl. check der entwicklung und ultraschall von kopf und herz. ich hoffe auf
a) unauffällige befunde
und
b) einen nicht auftauchenden flashback in der klinik. kann den echt nicht brauchen
hysterisch?
wenn ich den kinderarzt anrufe um zu fragen ob der impftermin mit verschnupftem baby statt findet und man am telefon sagt „natürlich“ bin ich skeptisch.
wenn mein kopf mir sagt dass ein angeschlagenes immunsystem vielleicht nicht mit impfungen malträtiert werden sollte und ich das zögerlich am telefon kund tue, sie mir jedoch sagt es sei kein problem bin ich blöderweis immernoch skeptisch.
wenn ich dann noch google befrage und da ebenso steht schnupfen sei kein grund gegen impfung geht die blöde skepsis immer noch nicht weg.
wenn ich nun den termin einfach absage buw auf nächste woche verschiebe, so für mein gefühl, bin ich dann hysterisch? udn was würden sie tun?
entwicklungen
diese ganzen schubsereien hier und da oder daerinnerten mich in den vergangenen tagen was ich früher so über entwicklung, wachstum, das größerwerden kleiner babys dachte.
ich dachte wenn ich mal mutter bin würde ich jeden tag bedauern der sie ein stück selbstständiger macht.ich dachte ich würde die zeit der kleinen winzelbabys festhalten wollen und jeden schubs nicht begrüßen sondern betrauern. und ich fand früher kleine babys immer unglaublich toll, süß, überhaupt. ab ca 4monaten dann fand ich sie, naja, anstrengend, waren nicht so meins udn interessierten mich ehrlich gesagt auch nicht die bohne.
bereits in der schwangerschaft wurde das dann anders. cih fand plötzlich auch ältere babys zum knutschen, udn selbst kleinkinder großartig, wenn sie aufgeschlossen und neugierig in die welt guggten und auch fragten.
und jetzt, naja jetzt bin cih mutter.und es ist sogar so, dass ich ungeduldig jede neue fähigkeit der shrimps erwarte, mich über jedes gramm freue was sie zulegen und jeden neuen tag kaum erwarten kann. und, ganz unter uns- nicht nur das, nein, ich bin sogar so eine, die dem hernn papa sogar noch auf arbeit via skype stolz mitteilt dass ja albert die luft im gesamten kinderzimmer zum stinken gebracht hat (er kann zaubern!)oder wie toll mich doch gustav im hohen bogen anstrullerte (er wird leistungssportler!). naja…
ich glaube somit, es ist offiziell: ich bin auch SO eine Mutter, die jeden pups ihrer kind begrüßt als sei er ein weltwunder und über jede miniminifähigkeit staunt als sei sie einzigartig udn mindestens nobelpreiswürdig.
wer hätte das gedacht…
700g
gestern waren wir beim kinderarzt, U4 und abholen der impfung gegen rotaviren, der 6-fach impfung und der gegen pneumokokken. als wir warteten, unsere babys auf dem schoß und guggten betrat ein päarchen den raum. er mit tuch, sie ohne. zuerst sah ich nur das gebundene tuch, erst kurze zeit später das minibaby darin. dieses köpfchen, diese winzigen händchen und füsschen, die man sah… ich schaute daraufhin unsere jungs an,unsere mittlerweile großen runden jungs mit den kleinen speckfalten und dem doppelkinn und konnte mir nicht vorstellen selbst so kleine babys gehabt zu haben…
als wir schließlich das untersuchungszimmer betraten und der arzt untersuchte und sich freute wie toll die jungs sich machen, erzählte er uns dass er eben ein kleines mädchen untersucht habe, erstmals seit entlassung aus der klinik vor wenigen tagen, ein frühchen, 700g schwer bei der geburt und doch so aufgeweckt und munter… er schien beeindruckt. und ich, ich erinnerte mich wieder und war auch beieindruckt-vom baby UND der mutter.
moment!
in diesem blog finden sich in letzter zeit eine menge düstere artikel, artikel die unterschwellig anklagen, die sich mit den vergangenen wochen beschäftigen, die erzählen, reflektieren und zum auf- und verarbeiten für mich wichtig sind. sie behandeln den verlauf der geburt, der tage und wochen danach. sie berichten, zeigen ausschnitte. und sie klagen an.
aber, und das sei an dieser stelle betont: sie klagen nicht das system, nicht die medizin an, nein. nciht die notwendigkeit des klinikaufenthaltes eines frühgeborenen wird angeprangert, nicht die behandlung, nicht die sache als solche. was angeprangert wird ist die art und weise des umgangs mit der mutter, mit der psyche der mutter, des vaters, der eltern. es ist nicht nachvollziehbar, müttern die kinde nicht nach der geburt zu zeigen, für wenige sekunden. es wäre ein leichtes, trotz brutkasten.. es ist nicht nachvollziehbar, mütter eines frühgeborenen nach hause zu schicken, im frühwochenbett durch die stadt zu scheuchen, ihnen die dauerhafte nähe zum kind zu verwehren.
wissen sie, ich bin wahnsinnig dankbar, in einem staat zu leben, was ein stabildes gesundheitssystem sein eigen nennen darf, ein land, das das glück hat mit aktueller technik zu diagnostizieren und zu behandeln.
ich bin der schulmedizin dankbar, dass sie sich intensiv um meine jungs kümmerte, kümmern konnte. ich weiß, dass die beiden ohne diese medizin wohl nicht mehr bei mir wären. oder vielleicht noch bei mir wären, aber krank oder behindert. ich weiß, dass den beiden in der klinik bestmögliche pfelge zuteil wurde, ich weiß wie hart jeder einzelne tag für schwestern und ärzte sein muss. nicht jedes kind wir dso glücklich entlassen wie unsere, nicht jedes kind macht in der klinik fortschritte… ich sprach mit schwestern, die eigene kinder weit von sich wiesen aus angst vor dem elend, was sie mit ansehen mussten. ich weiß demnach auch, wie wichtig ein dickes fell für das pflegepersonal ist, ich weiß dass sich darunter weiche kerne findenlassen, die eben solche geständnisse machen.
andere bzw die meisten kliniken verfügen auf den kinderstaionen über betten für die mütter, sehen die notwendigkeit eines zusammenseins von mutter und kind, sehen die eltern nicht als störung in dem durchgeplanten klinikverlauf. und sie sehen die notwendigkeit der nähe. für beide. kind und mutter.
leider war dies auf der station für früh- und neugeborene meiner klinik nicht der fall. ganz im gegensatz zu den anderen kinderstionen der klinik. dort gab es betten, betten für die mütter.
es ist genau das, diese trennung von mutter und kind und eben nicht die schulmedizin an sich, die ich anprangere. es war das, genau das was schmerzte und noch immer schmerzt. das, genau das stürzte mich in depressionen, machte (macht?) mich launisch, agressiv. es war das, genau das, was den oberarzt der ‘normalen’kinderstation den kopf schütteln ließ (denn jene hat mütterbetten) und es ist genau das, was inhalt eines briefes an das management der klinik sein wird. eines briefes den die schwestern der station anregten. denn auch ihnen fehlt das verständnis ob der lage. es war udn ist für alle mütter ein missstand, der krank macht, physisch und psychisch. es ist das, genau das, was ich anprangere. ncihts anderes.
ich weiß nicht, wann genau ich in der lage sein werde, den genannten brief schreiben, wann ich in der lage bin, ihn sachlich ohne emotionen zu schreiben. es steht unumstösslich fest, dass er geschrieben werden muss. nur wann, das ist offen. und ich hoffe, andere mütter tun es mir gleich, so wie ich es anderen müttern gleich tue. nur in dem man es thematisiert udn es anprangert kann man eine änderung bewirken, die so dringend von nöten ist.
heute erhielt ich eine email, die mich anschubste, dies hier nochmal zu verdeutlichen, klar zu stellen. und ich muss zugeben, die mich auch etwas wütend machte, mich in meinem muttersein angriff. denn sie unterstellte mir egoismus, das augen schließen vor medizinischer notwendigkeit, das verneinen des besten fürs kind. all das unterstellt durch die annahme, dass ich die behandlung der kinder anfeindete. und genau das tat ich eben nicht.
Gewissensfragen
mir gehts besser – wie einige von euch schon bemerkt haben, geht es mir wirklich physisch und psychisch besser. ich habe keine heulkrämpfe mehr und ich bin körperlich mobiler, das heißt ich schaffe es mittlerweile sogar, selbstständig zur straba zu laufen um meine jungs zu besuchen. den milchstau bin ich vergangenes WE losgeworden-summa summarum kann ich also auch in bezug auf mich ehrlich vermelden: es geht mir besser.
was ja gut ist, so an sich. allerdings sagt mein auf mama eingeschossenes hirn:
„das darf nicht sein! du musst leiden, leiden wie ein hund.“
und dabei weiß ich ja, dass es gut ist, wichtig ist dass ich zu kräften komme, nicht ständig weine, den haushalt wieder einigermaßen in den griff bekomm, zweimal täglich 3h meine kinder besuche und auch erfolgreich milch abpumpe. für dieses pensum MUSS es mir einfach besser gehen. und trotzdem, trotzdem gibts da ein teufelchen, das mir ständig ins ohr flüstert:
„das darf nicht sein. leide!“
blöd.


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